Ein Blog über dies und das aus meinem Leben

Veröffentlicht am 16. Oktober 2018

Ich habe die letzten Monate mit einer E-Commerce-Lösung arbeiten müssen, die ihren Namen im Grunde nicht verdient hat. Und das meine ich wirklich genau so. Ich habe in den 11 Jahren, die ich inzwischen mit Softwareentwicklung verbringe, schon einiges gesehen. Aber dieser "Shop" ist wirklich unterirdisch. Eine einzige Katastrophe. Die Rede ist von Sitecore Experience Commerce 9.

Mir ist klar, dass man als Entwickler immer sehr leicht versucht ist, über die benutzten Frameworks, Libraries und andere Tools zu fluchen. Und auch ich mache das regelmäßig, auch wenn es gar nicht immer so schlimm ist. Aber nochmal: Dieses System ist ein einziger Witz.

Nur ein paar Beispiele

Das System bietet nur eine praktisch nicht nutzbare Mehrwertsteuer-Berechnung out-of-the-box. Und zwar gibt es genau einen globalen Mehrwertsteuersatz. Nochmal ganz langsam zum Mitschreiben: Es bietet genau EINEN globalen Mehrwertsteuersatz. 

Nicht nur, dass man so schon nicht in verschiedenen Ländern verkaufen kann (z.B. Deutschland und Österreich mit 19% bzw. 20%), sondern man kann ja praktisch nicht mal einen nur deutschen Shop aufsetzen. Denn, für alle die es nicht wissen: Wir haben hier in Deutschland einen normalen und einen verminderten Mehrwertsteuersatz. GEHT NICHT.

Veröffentlicht am 02. September 2018

Fast jeder kennt ein Haus in seinem Ort oder in der direkten Nachbarschaft, das schon eine ganze Weile nicht mehr bewohnt ist. Was haben diese Häuser in den unterschiedlichsten Städten gemeinsam? Zerbrochene Fenster. Aber warum sind all die Fenster zerbrochen. Klare Antwort: Weil sie von Vandalen eingeworfen wurden. Ihr habt sie alle vor Augen. Diese halbstarken Jugendlichen, die keinen Respekt vorm Besitz anderer Leute haben.

Die These

Heute verrate ich euch ein Geheimnis. Die gerade beschriebenen Halbstarken haben in der Regel nur das erste Fenster zerbrochen. Alle anderen können genauso gut vom freundlichen Nachbarn, dem netten Betreiber des kleinen Kiosks oder vom ständig gestressten Geschäftsmann eingeworfen worden sein. Glaubt ihr nicht? Philip Zimbardo hat das Experiment gewagt. Nachlesen kann man das in seinem Buch The Lucifer Effect: How Good People Turn Evil.

Das Experiment

Er hat zwei identische Autos ohne Kennzeichen und mit leicht geöffneter Motorhaube in zwei völlig unterschiedlichen Gegenden abgestellt. Das eine stand mitten in den Bronx, das andere in Palo Alto. Das Auto in der Bronx wurde bereits nach 10 Minuten von Vandalen malträtiert. Nach 24 Stunden war so ziemlich alles geklaut, was man von so einem Auto abmontieren kann.

Der Wagen in Palo Alto hingegen stand fast eine Woche unberührt da. Doch nachdem Zimbardo dem Auto einige große Beulen verpasste, lief es für das Gefährt nicht besser als für sein Gegenstück in der Bronx. Nach wenigen Stunden lag das Auto auf dem Dach und war völlig zerstört.

Besonders interessant ist die folgende Beobachtung Zimbardos:

In both cases the "vandals" appeared to be primarily respectable whites.

Wie oben also beschrieben, sind es nicht immer die "typischen" Vandalen, die in solchen Fällen aktiv werden. Manchmal braucht es nur den ersten Anstoß.

Veröffentlicht am 01. September 2018

Diese erste Version dieses Posts gehörte definitiv in die Kategorie "Ich hasse Menschen". Ihr bekommt hier also nur noch die "familienfreundiche" Fassung zu lesen. Aber keine Sorge, die Kernaussage bleibt natürlich die gleiche. Nur das Vokabular und die Formulierungen habe ich (in nicht unerheblichem Maße) geändert.

Denn hin und wieder kommt es vor, dass ich mich nach einer kleinen Auseinandersetzung oder einem anderen prägenden Ereignis abends an meinen Laptop setze und darüber einen Blogartikel verfasse. Oft bin ich dann natürlich noch in genau der Stimmung / der Gefühlswelt, in der ich auch während der genannten Situation war.

Dies hat den Vorteil, dass ich meist nicht lange nach passenden(?) Worten suchen muss. Der Post schreibt sich fast von alleine. Solange ich einfach meinen Emotionen freien Lauf lasse, kommen da auf jeden Fall einige Absätze bei rum.

Ab und zu bin ich vom Ergebnis danach so überzeugt, dass ich im Anschluss direkt den "Publish"-Button drücke. Aber manchmal bin ich auch so klug und lasse den Post erstmal als Entwurf gespeichert und schlafe nochmal eine Nacht (oder auch mehrere Nächte) darüber.

So auch in diesem Fall. Wie im ersten Absatz bereits erwähnt, war die erste Version dieses Artikels recht emotional formuliert. Das ist zwar gar nicht immer schlecht, aber in diesem Fall war es eine gute Entscheidung den Artikel in meinem Kopf noch etwas reifen zu lassen. Da es sich in solchen Fällen ja auch meistens um Situationen mit meinen Mitmenschen dreht, möchte ich natürlich auch vermeiden, dass diese in einem zu schlechten Licht dastehen. So sollte also möglichst nicht einfach ersichtlich sein über wen ich mich konkret aufrege. Ein gewisses Maß an Anonymisierung muss also schon gewährleistet sein. 

Aber nicht nur das. Natürlich verändert sich auch der Blick auf manche Situationen, wenn man erst ein oder zwei Nächte darüber geschlafen hat. Auch in diesem Fall änderte sich meine Sicht auf das Gesamtbild. Aber nun komme ich endlich mal zum Thema.

Captain Awesome lässt grüßen

Kennt ihr diese Leute (interessanterweise sind es meistens Männer), die regelmäßig mit folgender Aussage kommen?

Wenn man möchte, dass es ordentlich wird, muss man es schon selber machen.

Ja, natürlich hat das vermutlich schon fast jeder mal gesagt. Aber ich rede hier nicht von denen, die das ab und zu aus Spaß sagen. Ich rede von denen, die das wirklich so meinen und auch so leben. Da es sich, zumindest in meiner Wahrnehmung, meist um Männer handelt, nenne ich diesen Typ Mensch einfach mal "Captain Awesome".

Veröffentlicht am 23. Juli 2018

Es ist der zweite Tag unseres Urlaubs in Zingst. Das Wetter ist mit 25 Grad und Sonne bestes Urlaubswetter. Bevor wir uns auf das Frühstücksbuffet stürzen, stürzen wir uns erstmal in den Pool. Auf dem Weg in den Pool bewundert der Bademeister die Badehose meines Sohnes. "Die habe ich von Oma und Opa." entgegnet mein Sohn darauf trocken.

Ein bisschen Planschen in der Frühe ist doch wunderbar. Das dachten sich auch die zwei Renter, die bereits ihre Bahnen ziehen, als ich mit meinem Sohn den "Saal" betrete. Ich kann in ihren Gesichtern lesen, wie sehr sie sich über die Anwesenheit meines Sohnes freuen. Nämlich gar nicht. Und dabei ahnen sie noch nicht, dass sie sich in wenigen Minuten mehr über mich, als über meinen Sohn ärgern werden. :-)

5 Minuten später verlassen die Rentner genervt die heiligen Hallen und wir haben den Pool für uns.

Das Frühstück im Hotel ist sehr gut. Wir bekommen einen Tisch auf der Sonnenterrasse und genießen das reichhaltige Frühstück. So lässt es sich aushalten. Eins meiner Highlights ist der Ronnefeldt-Tee. "Morgentau" ist dabei meine absolute Empfehlung fürs Frühstück. Ein leckerer grüner Tee mit wenig "Schnickschnack". 

Nach dem Frühstück geht es gut eingecremt an den Strand. Wir suchen uns ein freies Fleckchen dicht an den Dünen und bauen unsere "Popup-Strandmuschel" auf. Von da an ist es ein typischer Strandtag. Ich verbringe viel Zeit in der Ostsee, mein Sohn gräbt den halben Strand mit seiner neuen Schaufel um und meine Frau genießt die Sonne und ein gutes Buch in der Strandmuschel.

Veröffentlicht am 22. Juli 2018

Am Donnerstagvormittag ging für uns die Reise Richtung Ostsee. Auf uns warteten schöne Tage im beschaulichen Zingst. Die 3,5 stündige Anreise mit dem Auto klappt, wie erwartet, völlig problemlos. Der Nachwuchs hat den größten Teil der Strecke verschlafen und die Autobahn und war überwiegend frei.

In Zingst angekommen fahren wir direkt zum Hotel. Wir residieren im "Steigenberger Strandhotel Zingst", welches quasi direkt am Wasser liegt. Der Ausgang des Hotels liegt direkt am Hauptaufgang zum Strand. Daher wohl auch der Name des Hotels...

Das Hotel hat einen beheizten Innenpool und einen nicht beheizten Außenpool. Bei Außentemperaturen von 25 Grad und mehr braucht es allerdings auch keine Heizung im Außenpool. Kinder dürfen allerdings nur bis 14 Uhr den Innenpool nutzen. Der Grund hat wohl irgendwas mit Schall zu tun. Ich vermute eher ein paar nörgelige Renter, aber was weiß ich schon.

Das Hotelzimmer ist sehr geräumig und sauber. Trotz Babybett haben wir noch reichlich Platz für alles was man braucht und nicht braucht. Einziges Manko ist der sehr kleine Fernseher. Aber die wenigen Minuten, die wir im Urlaub vor der Flimmerkiste verbringen, machen diesen Faktor doch ziemlich unwichtig.