Wer mich kennt weiß, dass ich mir mein Abi durch die Wahl meiner Leistungskurse schwer erarbeiten musste. Geistige Höhenflüge waren nicht nur hilfreich, sondern unbedingt notwendig, um ausreichend gute Noten zu erzielen. Ja, sowohl der Deutsch-, als auch der Sport-Leistungskurs haben mir einiges abverlangt. Viele Mitschüler sind während dieser Zeit auf der Strecke geblieben. Aber ich habe die Zähne zusammengebissen und mich durch Woyzeck und Intervalltrainings gekämpft.

Der Sport-LK als Basis meiner Läufer-Karriere

Es war der Sport-LK, durch den ich mich für den Berlin-Marathon 2005 anmeldete. 42,195 wunderbare Kilometer durch das Herz der Bundesrepublik. Nur ich, meine Lust am Laufen und ungefähr 30.000 andere Läufer. So viel zur Theorie. Die Realität sah - zugegebenermaßen - etwas anders aus. Es wären nämlich keine wunderbaren, sondern äußert qualvolle Kilometer. Spätestens ab Kilometer 30 wusste ich, wieso mir zuvor von allen Seiten intensives Training empfohlen wurde. Bei Lichte betrachtet hätte ein etwas ausführlicheres Training sicher nicht geschadet.

Naja, lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe es gemeistert. Ich habe die 42,195 Kilometer hinter mich gebracht. Der Höhepunkt meiner Läufer-Karriere war erreicht. Und man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist. Und so sollte es sein.

Auf einem Bein kann man nicht stehen. Dachte ich.

Ich glaube mit dem Marathon-Laufen ist es ähnlich wie mit dem Kinderkriegen. Wenn genug Zeit vergangen ist, vergisst das Gehirn ganz bewusst die Stunden voller Schmerz, damit man sich ein weiteres Mal dieser Qualen hingibt. So ähnlich war es auch bei mir. Nachdem ein paar Jahre vergangen waren, nahm ich mir vor erneut bei einem Marathon mitzulaufen. Das Gefühl, wenn man die Ziellinie übertritt belohnt so sehr für die langen Trainingsstunden und qualvollen Kilometer zuvor. Aber diesmal wollte ich besser vorbereitet sein. Ein echtes Training sollte her. Deswegen dauerte es auch gar nicht lange, bis ich mir meinen persönlichen Trainingsplan zusammenstellte. Das Motto war schnell klar. "Auf einem Bein kann man nicht stehen", oder besser "Ein Marathon ist kein Marathon". Doch nach den ersten 3 Trainingsläufen war mir klar: "Man kann ganz wunderbar auf einem Bein stehen. Stundenlang kann man das machen." Diese Erkenntnis blieb mir sehr lange erhalten.

Pause

Mein Läufer-Lebenslauf sieht an dieser Stelle eine Pause vor. Eine lange Pause.

 

 

 

Eine sehr lange Pause.

 

 

Wie die MOPO meine Freude am Laufen weckte

Nach einigen langen Jahren ohne nennenswerte Lauf-Tätigkeiten zeigte der Kalender das Jahr 2017. Ich war inzwischen im schönen Tostedt sesshaft geworden und arbeitete seit 2 Jahren in Hamburg. Eines Tages kam ein Kollege mit der Idee um die Ecke, beim MOPO-Staffellauf mitzumachen. Für die, die noch nichts davon gehört haben: Beim MOPO-Staffellauf treten Teams mit je 5 Läufern an. Jeder Läufer muss eine 5km-Runde durch den Hamburger Stadtpark drehen. Dabei werden keine Einzelzeiten, sondern nur die Gesamt-Teamzeit gemessen.