Es ist Mittwoch, der 2. Mai. Mein Sohn, meine Frau und ich machen uns heute auf den Weg in den Urlaub. Wir sind für die kommenden 7 Nächte mal wieder an Bord der Wohlfühlflotte. Ganz konkret werden wir unseren Urlaub auf der Mein Schiff 5 verbringen. Unsere Route startet auf Mallorca und führt uns über Rom und La Spezia nach Cannes und Barcelona und schließlich zurück nach Palma de Mallorca. 

Wir haben Glück mit unserem Hinflug, denn er geht um 15:55 Uhr ab Hamburg. Das bedeutet wir können ausschlafen und kommen trotzdem im Hellen auf dem Schiff an.  

Etwas weniger Glück haben wir mit dem Rückflug, da wir erst nach 22 Uhr wieder in Hamburg landen. Das ist auch der Grund, warum wir uns dafür entschieden haben mit dem Auto zum Flughafen zu fahren. Wer möchte schon nach einem späten Heimflug nachts auf dem Hamburger Bahnhof gestrandet sein, weil man den letzten Zug nach Tostedt verpasst? Und dann noch mit einem 2,5 Jahre alten Kind.

Aber da stellte sich mir im Vorfeld natürlich die Frage: "Wohin mit dem Auto am Flughafen?". Die Parkhäuser direkt am Terminal kommen aus Kostengründen natürlich nicht in Frage. 25 Euro pro Tag ist mir dieser Luxus sicher nicht wert. Daher habe ich ein bisschen recherchiert und bin schlussendlich auf Carpark 'n' Fly gekommen. Für 49,90€ für die sieben Tage steht unser Wagen in einer bewachten Tiefgarage und wir werden zum Flughafen gebracht und von dort auch wieder abgeholt. Außerdem muss man den Autoschlüssel nicht abgeben, sondern kann ihn einfach mit in den Urlaub nehmen. Auch ein Kindersitz für den Transfer zum Flughafen wird gestellt. Alles hat auch tatsächlich genauso reibungslos geklappt, wie es im Vorfeld versprochen wurde. Also falls ihr mal in eine ähnliche Situation kommt, empfehle ich "Carpark 'n' Fly". Toller Service zu moderaten Preisen. 

Der ursprüngliche Plan war, dass der Sohnemann seinen Mittagsschlaf im Auto zum Flughafen hält. Die geplanten 60 Minuten Schlaf hat er allerdings, mehr oder weniger freiwillig auf kaum 30 Minuten verkürzt. Na macht ja nichts. Wir haben ja später noch einen Flug von 140 Minuten vor uns. Da kann er ja den Schlaf nachholen. Dachte ich. 

Da meine Frau und ich ja nicht zum ersten Mal fliegen, haben wir selbstverständlich vorher den Online-Check-In genutzt. Das spart am Flughafen wertvolle Minuten am Self-Check-In-Terminal und das Warten hinter technisch völlig unerfahrenen Senioren. 

Wir müssen also nur schnell das Gepäck aufgeben und im Anschluss durch den Sicherheitscheck. Alles genauso entspannt und problemlos wie erhofft. So blieb uns noch reichlich Zeit um am Gate den Nachwuchs mit einer frischen Windel zu bestücken und im Anschluss den Flugzeugen auf dem Rollfeld zuzuwinken. 20 Minuten vor Abflug startete das Boarding. Auf dem Weg zwischen Boarding-Schalter und Flugzeug fordern freundliche Hinweistafeln dazu auf, bereits JETZT vorhandene Jacken auszuziehen, damit sich IM Flugzeug dann alle schnell auf ihre Plätze setzen können. Schöne Idee. Aber leider sind die meisten Rentner auf diesem Flug nicht nur annähernd taub, sondern haben auch das Lesen in den letzten 37 Jahren Ruhestand gänzlich verlernt.  

Als erfahrene Flugpassagiere haben wir nicht nur Online eingecheckt, sondern auch im Vorfeld unsere Sitze reserviert. Eine kluge Entscheidung, denn der Flieger ist komplett ausgebucht. Wir könnten uns also ohne jegliche Diskussion auf die von uns reservierten "Mehr Beinfreiheit"-Plätze setzen.  Eine tolle Sache diese Sitzkategorie. Wer, wie ich, mit überdurchschnittlich schönen, aber auch durchaus langen Beinen gesegnet ist, weiß wovon ich spreche.  

Der Flug selbst ist für unseren Sohnemann, dank Mal-Set und ein paar Folgen Benjamin Blümchen, kein Problem. Er blieb, im Großen und Ganzen, die knapp 2,5 Stunden ruhig auf seinem Platz sitzen. Und das ohne ordentlichen Mittagsschlaf. Nicht übel. 

Nach dem Flug folgt natürlich die obligatorische Busfahrt zum Hafen. Auf Mallorca sind das glücklicherweise nicht einmal 20 Minuten Fahrt. Auch hier: Alles entspannt.  

Am Check-In-Schalter direkt vor dem Schiff begrüßt uns, wie sich im Laufe des Gespräches herausstellen sollte, Lars aus Osnabrück. Netter Mann. Der Hipster-Bart ist nicht mein Fall, aber ansonsten habe ich nichts auszusetzen. An dieser Stelle einen Gruß! 

An Bord auf unserer Kabine finden wir dann ein Babyphone mit Kamera, ein Nachtlicht, ein Babybett, einen Kinder-Toilettensitz und einen speziellen Windel-Mülleimer vor. Das nenne ich mal kinderfreundlich. Da könnten sich so manche Hotels noch eine Scheibe von abschneiden. 

Wir gehen schnell eine Kleinigkeit essen und finden uns dann um 21:30 Uhr zur Seenotrettungsübung auf unserer Musterstation ein. Um ca. 22 Uhr ist der Zauber dann vorbei. Unser Sohn hält sich noch immer prächtig. Verrückt. An anderen Tagen ist er, mit so wenig Mittagsschlaf, bereits um 20:15 Uhr völlig übermüdet und nölig. 

Wir legen den Kurzen schlafen, aktivieren das Babyphone und gehen zum Auslaufen um 23 Uhr an Deck. Kurz danach sind wir wieder auf der Kabine. Ein verhältnismäßig entspannter Start in den Urlaub.