Es ist der 4. Mai 2018 und wir liegen im Hafen von Civitavechia. Wir haben den Landgang "Rom in Eigenregie" gebucht und steigen gegen 8:30 in den Bus Richtung Rom. Civitavechia liegt etwa eine Stunde von Rom entfernt. Die Busfahrt zeigt mir mal wieder, dass wir Deutschen uns doch recht zivilisiert im Straßenverkehr verhalten. Hier in Italien sieht das nämlich etwas anders aus. Fußgänger auf dem Standstreifen der Autobahn sind, zumindest auf dieser Strecke, gar nicht ungewöhnlich. Auch ist es kein seltenes Bild, dass drei Autos auf einer zweispurigen Straße nebeneinander fahren.  Das einzige was hier deutlich entspannter ist, ist die Geschwindigkeit. Hier donnert niemand mit 250 km/h über die Autobahn. 

Maria, unser Tourguide bis zum Ziel erklärt uns unterwegs, dass wir uns NICHT direkt nach dem Aussteigen trennen, sondern zu einem Geschäft namens "Savelli" laufen. Dieses Geschäft namens "Savelli" wird auch unser Treffpunkt am Ende des Ausflugs sein. Im Geschäft "Savelli" gibt es für uns auch Toiletten. Außerdem kann man bei "Savelli" so ziemlich alles kaufen. Bücher, Souvenirs, Bilder vom Papst und so weiter. Wir sollen auf keinen Fall vergessen, dass der Name des Geschäftes "Savelli" ist. 

Bei der recht auschweifenden Erläuterung dieses Geschäftes überkommt mich das Gefühl, dass die Liebe Maria einen Deal mit diesem Geschäft namens "Savelli" hat. Ist allerdings reine Spekulation. 

Die Busfahrt endet in unmittelbarer Nähe zum Petersdom. Von dort aus laufen wir noch gemeinsam bis zum oben genannten Geschäft. Ab hier dürfen wir uns nun endlich frei bewegen. Wir laufen über den Petersplatz und ich bin absolut unberwältigt. Die Schlange vor dem Eingang des Petersdom ist länger als die Schlange vor Colossos im Heidepark bei gutem Wetter in den Sommerferien. Wirklich beeindruckend. Und ich rege mich schon auf, wenn im Media Markt an der Kasse mehr als drei Leute vor mir sind. Außerdem fallen mir sofort die vielen Bettler und Seflie-Stick-Verkäufer auf. Beides gleichermaßen aufdringlich und unangenehm. 

Wir bahnen uns den Weg durch die schönen Gassen Roms. Auf dem Weg besichtigen wir die Fontana di Trevi, die spanischen Treppen, das Pantheon, eine kleine Gelateria (inklusive einer Verkostung der dort feilgebotenen Eissorten), die Engelsbrücke und noch viele weitere Sehenswürdigkeiten. Die Stadt ist wirklich eine Reise wert. 

Wie einige Absätze weiter oben bereits angedeutet, endet unser Ausflug ganz in der Nähe des Petersdom. Wie war noch gleich der Name des Geschäftes? Keine Ahnung. Aber ich war ja pfiffig und habe mir bei Ankunft meinen eigenen Standort per Telegram gesendet. So kann ich mich von überall auf der Welt zu Marias Lieblingsgeschäft navigieren, ohne den Namen kennen zu müssen.  

Die Rückfahrt mit dem Bus ist ähnlich spannend wie die Hinfahrt.  

Nach einem entspannten Abendessen legen wir den Nachwuchs ins Bett und ich setze mich, zum Verfassen dieser Zeilen, mit einem alkoholfreien Cocktail auf den Balkon unserer Kabine. Es ist zwar bereits dunkel, aber es ist noch angenehm warm. 

Morgen laufen wir La Spezia an. Dort haben wir einen Ausflug nach Pisa geplant. Es ist also durchaus denkbar, dass im nächsten Reisebericht ein Foto von einem gewissen schiefen Turm zu sehen ist. Reine Spekulation, aber dennoch nicht unwahrscheinlich.