Es ist Montag der 7. Mai und ein schöner Tag auf hoher See. Das Meer ist spiegelglatt und wir gleiten mit 10 Knoten dahin. Es verspricht ein wunderschöner Tag zu werden. Allerdings hat unser Sohn seit gestern eine Stelle am Arm, von der wir erst vermutet haben, dass es sich um einen einfachen Mückenstich handelt. Dieser hat sich über Nacht allerdings deutlich vergrößert. Außerdem kratzt Levi sich dort regelmäßig. Glücklicherweise habe ich eine ziemlich clevere Frau, die im Vorfeld für uns drei eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen hat. Denn an Bord gibt es zwar ein Hospital, aber da es ein privates Hospital ist, fallen hier schon für kleine Behandlungen hohe Kosten an.  

Nach dem Frühstück gehe ich mit Levi auf Deck drei in das Bordhospital um den Stich/Biss untersuchen zu lassen. Der Arzt stellt fest, dass es sich wahrscheinlich um einen Zeckenbiss handelt. Das erkennt er auch daran, dass anscheinend noch Reste der Zecke in der Wunde sind. Levi scheint schon zu ahnen, was nun auf ihn zu kommt und ist vorsorglich schon mal weinerlich auf meinem Arm. 

Wir folgen dem Doktor aus dem Behandlungsraum In den OP, wo die Reste der Zecke mit einer Nadel "herausgepult" werden. Kein Spaß für alle Beteiligten. Der Doktor ist zwar sehr nett und mitfühlend, zieht das Prozedere aber auch schnell und ohne lange Diskussion durch. Ein Glück. Levi hat ganz tapfer still gehalten, wenn auch natürlich unter vielen Tränen.  

Am Ende gibt es noch ein Pflaster und eine Spritze um "den Papa damit nasszuspritzen". Warum der Arzt mich als Opfer auserwählt, kann ich mir beim besten Willen ich erklären.  

Nun sitzen mein Sohn und ich auf der Kabine und lesen einige Bücher und spielen mit seinen Autos. Zum Schluss der Ablenkungsphase darf er auch noch eine Folge "Coco der Affe" auf KiKa schauen. Danach tingeln wir wieder über das Schiff.  

Nach einem erholsamen Mittagsschlaf gehen wir mit Levi zur Tobestunde in den "Manege". Dort hat ein Kids-Club-Mitarbeiter mit Matten, Kriechtunneln, Bällen und großen Sitzsäcken eine nette Tobe-Landschaft aufgebaut. Nachdem mein Sohn und ich ausgiebig getobt haben und die Tobestunde auch vorbei ist, geht es noch weiter ins "Baby-Nest". Hier kann man mit seinen Kindern unter drei Jahren hingehen und das vorhandene Spielzeug nutzen. Es gibt ungefähr JEDES Haba-Spiel für Kinder bis drei Jahre. Außerdem gibt es Bobby Cars, Puppenwagen, Bälle, Puzzle, Sitzsäcke, eine Schaukel, eine Kugelbahn, ein Hüpf-Tier und viel, viel mehr. Hier spielt der Nachwuchs noch eine Weile mit den anderen Kids, bis wir dann schlussendlich zum Abendessen gehen. 

Inzwischen sind wir in Barcelona angekommen. Die Einfahrt in den Hafen ist landschaftlich nicht unbedingt reizvoll, für unseren Sohn aber dennoch ein Knaller. Es gibt nämlich viele Kräne, Container, Container-Frachter und andere spannende Dinge zu sehen.  

Nach dem Essen verfrachten wir den Sohnemann ins Bett und können uns, dank Babyphone mit Kamera, bedenkenlos auf dem ganzen Schiff bewegen. Wir nutzen den Abend und schauen uns die "Crew-Show" an. In dieser Show zeigen Crewmitglieder aus allen Bereichen (wie Housekeeping, Bar, Rezeption und Entertainment), was sie können. Als Eröffnung der Show gibt es eine grandiose Tanztruppe, die aus einigen Jungs und Mädels aus dem Housekeeping besteht. Weiterhin singt eine Dame aus dem Guest-Service "Er gehört zu mir" und der Kreuzfahrtdirektor verblüfft die Zuschauer mit lustigen Zaubertricks. Und das war nur ein kleiner Auszug der Darbietungen. Eine wirklich tolle Show. Solltet ihr mal auf einem Schiff der "Mein Schiff"-Flotte unterwegs sein, schaut euch unbedingt die Crew-Show an. Die ist wirklich immer ein Highlight. 

Morgen erwartet uns also Barcelona. Hier haben wir keinen Ausflug gebucht, sondern gehen auf eigene Faust los. Es gibt einen Shuttlebus vom Schiff direkt in die Stadt. Den werden wir nutzen und uns dann Barcelona selbstständig "erarbeiten".