Seit gestern Abend liegen wir in Barcelona. Da wir heute erst gegen 18 Uhr auslaufen, haben wir noch reichlich Zeit die Stadt zu erkunden. Nach dem Frühstück machen wir uns also auf den Weg in die Stadt. Es gibt einen Shuttle-Bus, der uns direkt am Schiff abholt und uns bis zum World Trade Center fährt. Von dort kann man die Innenstadt schnell zufuß erreichen. 

Bei der Kathedrale angekommen, gibt ein fröhlicher und lustig geschminkter Clown meinem Sohn ein Luftballon-Schwert und hält danach die Hand in meine Richtung auf. Tolle Taktik, die bei mir wahrscheinlich funktioniert hätte. Zum Glück hat meine Frau unsere Portemonnaies. Ich werfe ihr einen fragenden Blick zu. Sie gibt mir und dem Clown wortlos zu verstehen, dass wir KEIN Luftballon-Schwert kaufen werden. Ohne weitere Diskussion oder Tränen gibt unser Sohn das Luftballon-Schwert wieder ab. Ein toller Sohn. Interessanterweise sieht der Clown nun gar nicht mehr so fröhlich aus. 

Wir besuchen auch einen Markt, auf dem es alle möglichen Köstlichkeiten und Abscheulichkeiten zu kaufen gibt. Von Früchten bis hin zu Fischköpfen. Von Gewürzen bis hin zu lebenden Hummern. Alles ist bunt. Bunte Macarons, bunte Früchte, bunte Blumen, bunte Kräuter. Es ist ein tolles Spektakel. 

Ich habe immer die Worte des Kreuzfahrtdirektors im Hinterkopf, der uns bereits gestern Abend vor den gut ausgebildeten Taschendieben warnte. Ich tue es also Cal Lightman gleich und lese unterwegs das Gesicht jedes Menschen, der uns in irgendeiner Art und Weise nahe kommt. Dabei bilde ich mir natürlich ein, Taschendiebe ohne jeden Zweifel identifizieren und so umgehen zu können. Ich bin schon ein toller Hecht. 

Wir erkunden noch einige Sehenswürdigkeiten und gehen dann auch schon wieder an Bord. Hier kann Levi seinen Mittagsschlaf halten und meine Frau und ich die sehr guten Wetterverhältnisse auf dem Pooldeck genießen. Leider tut sich da mal wieder ein signifikanter Unterschied zwischen meiner Frau und mir auf. Sie ist eindeutig der "Hoffentlich kriegen wir noch eine Liege in der Sonne"-Typ, während ich ganz klar zur "Hoffentlich gibt es nicht nur Liegen in der Sonne"-Fraktion gehöre. Aber als guter Ehemann nehme ich mein Schicksal so hin, verbrauche eine halbe Packung Sonnencreme und setze mich mit Mütze und Sonnenbrille zu meiner Frau in die Sonne. Zumindest kann ich diese ruhige Phase nutzen, um mein Reisetagebuch voran zu bringen.  

Zurück auf der Kabine, finden wir die Rechnung des Bordhospitals vor. Knapp 250 Euro für das Entfernen der Reste einer Zecke. Aber die Freude über die Diagnose und die fachgerechte Behandlung meines Sohnes überwiegt weiterhin. Außerdem haben wir ja genau für diese Fälle die Auslandskrankenversicherung. 

Am Abend versuchen wir, zum letzten Mal auf dieser Reise, unser Glück beim Bingo. Aber auch heute haben wir einfach die falschen Lose gekauft. Schade. Kein Gewinn. Spaß macht es, dank Gastgeberin Chrissi, trotzdem. Im Anschluss tingeln wir noch einmal durch die Shops, holen die bestellten Fotos ab, legen den Nachwuchs schlafen und gehen dann, auf einen letzten alkoholfreien Cocktail in die TUI Bar. Hier lassen wir die letzten 7 Tage nochmal Revue passieren und wundern uns natürlich mal wieder darüber, wie schnell so eine Woche doch vergeht.