Wie ihr vielleicht wisst, befinde ich mich im Moment im Lauftraining für den Hamburg-Halbmarathon. Ich habe vor einigen Tagen hier auf meinem Blog berichtet. Und wer heutzutage läuft, der will seine Ergebnisse und Erfolge ja irgendwo dokumentieren. Ich nutze dazu die weit verbreitete Runtastic-App. Dort habe ich zum Beispiel auch eine Laufgruppe mein guten Freunden, die ebenfalls für den Halbmarathon trainieren. Eine tolle Sache, über die ich später noch ein paar Worte verlieren möchte. Aber der Kern dieses Posts soll etwas anderes sein.

Gute Software will (manchmal) bezahlt werden

Ich als Softwareentwickler weiß, dass es nicht einfach ist, eine App/Plattform wie Runtastic zu entwickeln und zu betreiben. Da reicht es eben nicht, sich mal ein Wochenende an den Laptop zu setzen und eine Palette Energy-Drinks in Quellcode zu verwandeln. Solche Apps brauchen viel Zeit. Und Zeit ist ja bekanntlich Geld. Soll heißen: Wenn ich eine App mag, bin ich gerne bereit dafür zu zahlen. Insbesondere, wenn ich dadurch lästige Werbung aus der App entfernen kann. Ein Kauf, den ich zum Beispiel noch nie bereut habe, war die Premium-Variante der Podcast-App " Podcast & Radio Addict". Wem die kostenlose App gefällt, der kauft einfach die kostenpflichtige "Podcast Addict - Donate"-App und lässt so die ohnehin schon sehr geringe Werbung aus der eigentlichen App verschwinden. Tolles Konzept, finde ich.

Das Geschäftsmodell von Runtastic

Auf der Suche nach einer geeigneten Lauf-Tracking-App, bin ich auf Runtastic gestoßen. Gute Bewertungen und ein passender Funktionsumfang. Ich war nach einem kurzen Blick in die App überzeugt. Ich hatte bereits bei der Suche im App-Store gesehen, dass es neben der kostenfreien Variante auch eine kostenpflichtige "Pro"-Variante gibt. Der Preis war damals angemessen für eine so gut gebaute App. (Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich sie im "Sale" für ungefähr 2,99€ gekauft.)

Mit dem guten Gefühl die Entwickler unterstützt zu haben und von nun an werbefrei meine Trainingsläufe zu absolvieren, öffnete ich die App. Und was musste ich sehen? Werbung. Werbung überall. Werbung die mich auffordert "Runtastic Premium" zu nutzen. Gegen einen geringen monatlichen Betrage bekommt man noch mehr Funktionen als in der Pro-Version. Ist das nicht toll?

NEIN! Das ist nicht toll!

Da fühle ich mich doch ganz dezent veräppelt. Wozu gibt es diese Pro-Version? Offensichtlich nur, um naiven Menschen wie mir eine App zu verkaufen, die letztendlich doch voll mit Werbung ist. Dann sollen die es doch bitte nicht "Pro" nennen. Nennt es doch bitte einfach "Runtastic". Und ich sage nicht, die App muss kostenfrei zu haben sein. Natürlich darf sie gerne weiterhin kostenpflichtig sein. Und natürlich darf/soll weiter eine kostenfreie Variante dabei sein. Diese sollte dann aber bitte "Runtastic Lite" oder so heißen.

Kurzum: Die Pro-Variante fühlt sich durch die ganze Werbung einfach nicht an, wie eine Pro-Version.

Warum bin ich trotzdem dabei geblieben?

Weil die App, wie schon gesagt, ansonsten sehr gut ist. Neben den, inzwischen auch auf deutsch sehr gut funktionierenden, Sprach-Ausgaben zur Geschwindigkeit, Strecke und anderen Fakten, gibt es nette Auswertungen, Übersichten, Jahresziele und die bereits erwähnten Laufgruppen. Das alles ist für mich Grund genug bei der App zu bleiben. Insbesondere die Laufgruppe mit meinen Freunden sorgt bei mir für deutlich höhere Motivation.

Jedes mal, wenn ein Mitglied einer deiner Laufgruppen eine Aktivität startet, bekommt man eine Push-Benachrichtigung. Außerdem gibt es eine Rangliste, die am Anfang jeden Monats auf 0 gesetzt wird. Man kann sich jeden Monat also wieder aufs Neue mit seinen Freunden und Kollegen messen. :-)

Wenn ihr noch Tipps für andere tolle Runtastic-Alternativen habt, oder andere Anmerkungen loswerden wollt, hinterlasst doch gerne einen Kommentar.