Es ist der zweite Tag unseres Urlaubs in Zingst. Das Wetter ist mit 25 Grad und Sonne bestes Urlaubswetter. Bevor wir uns auf das Frühstücksbuffet stürzen, stürzen wir uns erstmal in den Pool. Auf dem Weg in den Pool bewundert der Bademeister die Badehose meines Sohnes. "Die habe ich von Oma und Opa." entgegnet mein Sohn darauf trocken.

Ein bisschen Planschen in der Frühe ist doch wunderbar. Das dachten sich auch die zwei Renter, die bereits ihre Bahnen ziehen, als ich mit meinem Sohn den "Saal" betrete. Ich kann in ihren Gesichtern lesen, wie sehr sie sich über die Anwesenheit meines Sohnes freuen. Nämlich gar nicht. Und dabei ahnen sie noch nicht, dass sie sich in wenigen Minuten mehr über mich, als über meinen Sohn ärgern werden. :-)

5 Minuten später verlassen die Rentner genervt die heiligen Hallen und wir haben den Pool für uns.

Das Frühstück im Hotel ist sehr gut. Wir bekommen einen Tisch auf der Sonnenterrasse und genießen das reichhaltige Frühstück. So lässt es sich aushalten. Eins meiner Highlights ist der Ronnefeldt-Tee. "Morgentau" ist dabei meine absolute Empfehlung fürs Frühstück. Ein leckerer grüner Tee mit wenig "Schnickschnack". 

Nach dem Frühstück geht es gut eingecremt an den Strand. Wir suchen uns ein freies Fleckchen dicht an den Dünen und bauen unsere "Popup-Strandmuschel" auf. Von da an ist es ein typischer Strandtag. Ich verbringe viel Zeit in der Ostsee, mein Sohn gräbt den halben Strand mit seiner neuen Schaufel um und meine Frau genießt die Sonne und ein gutes Buch in der Strandmuschel.

Als mein Sohn müde, meine Frau ausgiebig erholt und ich auf den Schultern verbrannt bin, machen wir uns auf den Weg zurück ins Hotel. Wir kommen auf dem Weg an so einem "Mini-Fahrgeschäft" vorbei, wie es auch vor vielen Supermärkten steht. Hier handelt es sich um eine "Eisenbahn", auf der gleich mehrere Kinder Platz finden. Natürlich möchte mein Sohn auch einmal in den Genuss dieser Geldfalle kommen. Da wir ja im Urlaub sind zückte ich mein Portemonnaie und wir warten gemeinsam darauf, dass die aktuell laufende Fahrt endet.

Wenige Augenblicke später ist es soweit. Das Fahrgeschäft bleibt stehen und wir lauern darauf, dass die aktuell auf dem Ding befindlichen Kinder das Weite suchen. Doch weit gefehlt. Die bleiben einfach sitzen. Auch ohne weiteres Geld in den Schlitz zu werfen.

"Seid ihr fertig?", frage ich die Kinder freundlich. "Ja, aber wir müssen noch zählen." antwortet das Mädchen auf dem Fahrersitz und beachtet mich nicht weiter. 

"Ich zähle gleich mal. Und zwar bis drei. Wenn ihr dann nicht da runter seid, knallt es!"

...hätte ich gerne gesagt. Ich spiele allerdings eine andere Karte. Ich bleibe freundlich und sage, dass mein Sohn doch nun auch gerne mal dieses tolle Gerät in Anspruch nehmen möchte. Dieses Mal sage ich es aber etwas lauter und in die Richtung, in der ich die Eltern der Blagen vermute. 

Es klappt. Die Eltern springen auf, nehmen ihre Kinder von der Eisenbahn und mein Sohn darf die mit einem Euro völlig überteuerte Fahrt genießen.